„Das 100“ ist ein Wohnhaus für Studierende in Weimar, das sich flexibel an die städtebauliche Lage und den Nutzer anpasst. Es schwebt über der Stadt Weimar und lässt neue Blicke auf die Umgebung zu.

In Anlehnung an eine Stadtstruktur, in der sich einzelne Häuser entlang einer Straße zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammenfügen, ist „Das 100“ aus dem Grundmodul der Zelle um einen flexiblen Gemeinschaftsbereich entwickelt worden. Dieses immer wiederkehrende, modulare System lässt es durch kleine Veränderungen zu, auf die städtebaulichen Situationen, bzw. den Wunsch der Nutzer einzugehen ohne seine Qualitäten zu verlieren. Nutzer sind Studenten als WG, Bedienstete der Hochschule oder  Familien mit Kind, in späteren Zeiten sind ebenso Mehrgenerationenwohnen oder Altenwohnen denkbar.

Die innere Struktur richtet sich nach dem jeweilig aktuellen Wohnungsbedarf. Es können Einzelwohnungen, Zweier- und Vierer-WGs in allen Variowohntypen erzeugt werden. Entstanden ist ein introvertiertes Gebäude mit einer harten Außenhaut und einem lebendigen, warmen Inneren. Der Kern ist die „Straße“ zwischen den Wohneinheiten. Hier findet das Leben statt und es kann gemeinschaftlich gekocht, gegessen, gelebt und musiziert werden. Kleine Veränderungen ermöglichen es, aus einer Vierer-WG eine Zweier-WG oder auch einzelne Wohnungen entstehen zu lassen. Das Zusammenspiel zwischen harten und weichen Materialien zieht sich in der Außenraumgestaltung weiter. Die Aussenraumgestaltung nimmt die Richtungen der umliegenden Gebäude und des Carl-Alexander-Platzes auf. Ähnlich einer Klaviatur verzahnen harte und weiche Tasten die beiden Ebenen um das „Das 100“ miteinander.

Entstanden ist ein sechsgeschossiges Gebäude mit 47 Wohneinheiten mit zwei voneinander getrennten Eingängen, die im Normalbetrieb durch eine Tür im Eingangsbereich verbunden sind. Zwei Wohnungen für Gäste oder Mitarbeiter der Hochschule sind im Bereich der alten Mauer untergebracht, die weiteren 45 Wohnungen liegen in den Obergeschossen, ein Saal mit Café im Erdgeschoss. Der Saal wird als Vortragsraum, Konzertbühne oder Proberaum genutzt. Durch seine zwei Zugänge und die mobile Trennwand ist eine gleichzeitige Nutzung beider Räume möglich. Die Verbindungstür lässt sich zwischen dem Aufgang der Wohnungen und dem Eingangsbereich für besondere Veranstaltungen schließen ohne die Funktion der beiden Bereiche zu beeinträchtigen.